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Herkenroth/Herckrath/Hergerath - 2 Fragen

Herkenroth/Herckrath/Hergerath - Eine Theorie

Hummel


  Herkenroth/Herckrath/Hergerath - 2 Fragen

Mein direkter Vorfahr Matthias Herkenroth/Herkenrath (Nr. 128, ausgehend von meinem Sohn als Probanden), starb 1815 in Oberhaid im Westerwald.
Sein Sterbeeintrag lautet: "Herkenroth Matthias ... obiit 24ta februarii... aetatis 63 annorum." Er war - den weiteren Einträgen seiner Nachkommen zufolge, verheiratet mit Maria Eva Ehrenberg. Deren Hochzeit fand am 12.11.1793 in Peterslahr statt. Im Kirchenbuch Peterslahr 1, S.131, heißt es: "... Mathias Herckrath viduus ex Ebgert et Maria Eva Ehrenbergs ex Heckenhahn."
Also keine Angaben zu beider Eltern, lediglich der Hinweis, dass er Witwer war.

Im selben Kirchenbuch fand ich auch eine frühere Heirat eines Matthias Herckrath mit Anna Elisabeth Eul am 22. Mai 1770 und einen Sterbefall Maria Elisabeth Herckrath am 11.8.1793.
Heureka, dachte ich, das ist er ... es wäre ja nicht ungewöhnlich, wenn dieser verwitwete Matthias Herckrath 3 Monate später erneut geheiratet hätte, besonders wenn evtl. kleine Kinder da waren. Nur, immer noch keine Hinweise auf die Eltern ... im Heiratseintrag Herckrath-Eul steht lediglich "singules ex Ebgerth".

Und jetzt mein Problem Nr.1 :

Der einzige Geburts- bzw. Taufeintrag, den ich in Epgert in dem Zeitraum, den ich mir aus dem Sterbeintrag 1815-63=1752 ausgerechnet habe, finden konnte, war ein Matthias Herckrath, getauft am 25.03.1754 als Sohn von Johann Anton Herckrath und Anna Elisabeth aus Epgert. Ich gehe mal davon aus - ohne es genau zu wissen - dass dies "mein" Matthias ist ... die Zeit stimmt einigermaßen; aber ist es auch der Matthias, der in 1. Ehe mit Anna Elisabeth Eul verheiratet war??
Eher nicht, denn er wäre zur Zeit der Trauung gerade mal 16 Jahre alt gewesen !!
Sollte es 2 einigermaßen zeitgleiche Matthias Herckrath gegeben haben ?
Ich glaube zwar immer noch, dass der 1754 getaufte Matthias "mein" Matthias sein muss, aber die Bedenken bleiben.

Mein Problem Nr. 2:

Anton Hergerath und Elisabeth Neumans, die am 05.02.1744 in Peterslahr heirateten (Kirchenbuch Peterslahr 1, S. 121), werden wohl die Eltern des vorgenannten Matthias gewesen sein, auch wenn sie bei dessen Taufe am 25.03.1754 als Johann Anton und Anna Elisabeth Herckrath geführt wurden.

Von Johann Anton Herckrath habe ich weitere Daten gefunden; sein Vater war Johann Georg Herckenradt, der 1725 in Peterslahr als adolescens ex Hamich (vermutlich Hombach, Pfarrei Neustadt/Wied) eine Anna Gertrud Heen ex Epgert heiratete. (Kirchenbuch Peterslahr 1, S.116)

Dummerweise haben die Pfarrer, die die Taufeinträge in Neustadt/Wied vor 1708 "verbrachen", keine Nachnamen, sondern lediglich Vornamen verwendet.
So habe ich zwar zum Beispiel die Geburt eines Johann Georg im Jahre 1706 gefunden, aber als Eltern werden lediglich Peter vom Steins Hof und Anna vom Steins Hof angegeben.

Wer kann mir Tipps oder Anregungen geben, die mir bei der Lösung meiner Probleme helfen können.
Existieren z.B. Einwohner- oder Steuerlisten (und wenn ja wo ?) von Epgert (Peterslahr) und Hombach (Neustadt/Wied) ?


Herkenroth/Herckrath/Hergerath - Eine Theorie

Matthias Herckrath, wurde 1754 in Epgert, Pfarrei Peterslahr, geboren und starb am 24.02.1815 in Oberhaid, Pfarrei Breitenau im Westerwald, hier geführt als Matthias Herkenroth. Mindestens 4 seiner Söhne (Johann Nikolaus, Johann Anton, Jakob und Markus) kamen mit ihm nach Oberhaid. Bei verschiedenen von ihnen taucht als Berufsbezeichnung "Händler" auf.

Ich gehe davon aus, daß alle heutigen Herkenroth im Westerwald von eben jenem Matthias abstammen, da die Schreibweise Herkenroth erst in den Kirchenbüchern von Breitenau auftauchte.

Was können die Gründe für den Ortswechsel von Epgert nach Oberhaid gewesen sein, der zwischen 1806 (Kindtaufe in Epgert) und 1815 (Tod in Oberhaid) stattgefunden haben muß ? Die Luftlinie zwischen Epgert und Oberhaid beträgt zwar nur knapp 20 Kilometer, aber unter Berücksichtigung der regionalen Zuordnungen und der damaligen Zeit handelt es sich um eine recht große Entfernung.

Hier eine Theorie:

Die politischen Verhältnisse dieser Zeit waren - wie überall in deutschen Landen - ziemlich verworren.

Epgert gehörte von 1659 bis 1664 zur Herrschaft Horhausen und von 1664 bis 1802 zum Amt Herschbach, Landesherr war Kurtrier.

Durch den Reichsdeputationshauptschluß vom 25.02.1803 erhielt Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg den auf dem rechten Rheinufer gelegenen Teil von Kurtrier, u.a. das Amt Herschbach.

Im Vertrag vom 31.05.1815 erhielt Nassau von Preussen verschiedene Besitztümer. Dafür trat Nassau an Preussen ab u.a. vom Amt Herschbach die ehemalige Herrschaft Horhausen. Die aus dem an Preussen abgegebenen Amt Vallendar ihm verbliebenen Kirchspiele Nauort und Breitenau schlug es zum Amt Herschbach.

Im Klartext: Epgert war bis 1802 kurtrierisch und gehörte anschließend zu Nassau-Weilburg. 1815 ging Epgert an Preussen - im Gegensatz zu Oberhaid (Breitenau), das bei Nassau verblieb.

Doch konnte das der Grund für einen Wohnortwechsel sein ?

In einem Buch aus dem Jahre 1898: Dr. Johann Plenge, Westerwälder Hausierer und Landgänger, 2. Band der Untersuchungen über die Lage des Hausierergewerbes in Deutschland, Verlag von Duncker & Hublot, Leipzig fand ich unter C. Der Hausierhandel auf dem Westerwalde, b. Die nassauische Gesetzgebung in unserem Jahrhundert und Stimmungen im Lande folgendes:

"Die französische Zeit war dem Hausierhandel feindlich und verbot ihn im Principe, um dann nur die nothwendigsten Ausnahmen zuzulassen ... Als später das neue Herzogthum Nassau ... zu einem einheitlichen Staate gemacht werden sollte, wurde auch das Hausieren einheitlich geregelt ... Die maßgebenden Verordnungen sind die vom 24. Februar 1816, in der die ältere Bekanntmachung vom 11./12. März 1811 wiederholt wird, und die vom 20. September 1826, die Inländern einige Erleichterungen gewährt ... All zu freiheitliche Gedanken kann man ihren Bestimmungen sicher nicht vorwerfen. Der Handel mit Viktualien, Landesprodukten, die man täglich oder frisch bekommen muß, gewöhnlichen Haushaltungsbedürfnissen (Flachs, Hanf, Leinentuch, Besen) wird ganz freigegeben, für den übrigen Handel bedarf es eines in jedem Handelsorte zu visierenden Erlaubnisscheines durch die Ämter, für den in der Person des Empfängers die üblichen Vorbedingungen erfüllt sein müssen, wie Ansässigkeit, tadelloser Lebenswandel, Handel, der die Bettelei ausschließt, keine sichtbare oder ansteckende Krankheit ... bis in die 40er Jahre scheint die Regierung dem Hausierhandel nicht abgeneigt zu sein ..."

In einer Fußnote im gleichen Buch findet sich zum Gewerbeverein 1864 Montabaur folgender Vermerk:

"Der Hausierhandel sei zwar den dortigen Geschäften noch nicht sonderlich nachtheilig gewesen, sei aber bei uns im Verhältnis zu Preussen zu sehr erleichtert ..."

Die Wahrheit über den Umzug der Herckrath von Epgert nach Oberhaid (und damit ihre Namenswandlung zu Herkenroth) bleibt sicher für immer im Dunkel der Geschichte verborgen, aber für mich zeichnet sich das Bild einer Händler-, Landgänger- und Hausiererfamilie, die - von den politischen Strudeln getrieben - sich da niederließ, wo sie ihrem Gewerbe am ehesten nachgehen konnten.



Hummel

August Hummel, dessen Beruf mit "Mädchenlehrer" angegeben wird, war verheiratet mit Elisabeth Bieber. Aus dieser Ehe stammte Josef Karl Hummel, der am 07.06.1831 in Karlstadt/Main geboren wurde (eine Bestätigung dieser Angabe liegt mir noch nicht vor).

Kann mir jemand die Geburtsangabe von Josef Karl Hummel bestätigen ?

Wer hat weiterführende Informationen über August Hummel und Elisabeth Bieber ?


Diese Seite wurde aktualisiert am 16. Juli 2000