Hofgut und Wasserschloss Langwiesen

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Nach einem Bericht in der Westerwälder Zeitung

Wasserschloss und Schutzburg zugleich


ehem. Wasserschloss LangwiesenZwischen Meudt und Ruppach-Goldhausen liegt am Rande des Hofguts Langwiesen ein kleines verlassenes Schlösschen. Hohe Bäume umwuchern die vier Türme, wie stumpfe Augen glotzen dunkle Fensterlöcher in die Leere und die Fassade blättert vor sich hin. Nur ein verbleichtes Wappen erinnert an Generationen stolzer Schlossbesitzer und Jahrhunderte voller Leben.

Das Dorf "Langewiese" war schon 1444 bekannt. Wie viele Dörfer im Westerwald schrumpfte es jedoch immer mehr, bis nur noch der Kern, ein landwirtschaftliches Hofgut, übriggeblieben war. Zwei Mühlen gehören bis heute zum Gut, erst in unserem Jahrhundert wurde eine davon wegen Baufälligkeit abgerissen. Erwähnenswert außerdem, dass es auf dem Gut eine Kapelle und einen Priester gab.

Mitte des 16. Jahrhunderts ging der Hof durch Heirat an die Familie von Irmtraut, die wenig später ein Wasserschloss mit vier Ecktürmen erbaute. Anders als die Bezeichnung "Wasserschloss" vermuten lässt, hatte der breite Graben durchaus eine Verteidigungsfunktion, das Wasserschloss war eine Schutzburg.

1647 wurde das Haus Langwiesen an einen "Kellner" (Verwalter) mit Namen Pergener aus Montabaur veräußert und 1680 verkaufte man schließlich das gesamte Gut für 6000 Reichstaler an Eremund Reichsfreiherrn von Esch. Von Esch hatte eine glänzende militärische Karriere hinter sich: Zunächst Oberstleutnant und Kommandant zu Andernach, wurde er 1679 durch Kaiser Leopold I. in den Reichsfreiherrenstand erhoben und 1684 Kommandant der Festung Ehrenbreitstein.

Carl Wilderich Graf von Walderdorff, Ur-Urgroßvater der heutigen Grafen, kaufte 1830 das gesamte Hofgut Langwiesen mit dem Wasserschloss. Man ließ den Wassergraben trockengelegen und die Wirtschaftsgebäude des Guts aus- und umbauen.

Heute sind Schloss und Wirtschaftsgebäude nicht mehr in Walderdorffschen Besitz. Das restaurierungsbedürftige Wasserschloss und viele Dokumente im Archiv der Grafen warten auf ihre gründliche Erforschung.

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Diese Seite wurde aktualisiert am 14. Januar 2001